Holy Shift
HOLY SHIFTErinnerung statt Erwartung.

Achtsamkeit im Alltag·1. Juni 2026

Hier bin ich verdammt nochmal

Eine stille Erinnerung daran, wer ich trotz allem bereits geworden bin.

Heute Morgen saß ich mit Tränen in den Augen auf meiner Couch.

Die Wohnung war still. Ich hatte gerade geputzt. Musik lief in Endlosschleife.

Eigentlich war es ein ganz normaler Morgen.

Und doch traf mich etwas mitten ins Herz.

Erst lief I Call It Life.
Dann Born To Fight.

Mit jedem Lied wurde etwas in mir lauter.
Nicht die Traurigkeit.
Die Erinnerung.

Wie oft bin ich schon durchs Feuer gegangen?

Ich dachte an die Scheidung meiner Eltern.
Daran, wie ich einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg begleitet habe.
An die Zeit, in der ein großer Herzenswunsch nicht selbstverständlich war.

An die vielen Situationen im Berufsleben, in denen meine Unsicherheit oft größer war als mein Selbstvertrauen.
An einen Verlust, der mein Leben für immer verändert hat.
An eine Zeit, die uns als Familie alles abverlangt hat.
An all die Momente, in denen ich nicht wusste, wie es weitergehen soll.

Und plötzlich fragte ich mich:

Wie oft bin ich eigentlich schon durchs Feuer gegangen?

Nicht einmal. Nicht zweimal. Immer wieder.

Manche Feuer waren laut. Andere ganz still.
Manche haben mir etwas genommen. Andere haben mir gezeigt, wer ich wirklich bin.

„I survive for my own …"

Als im Lied diese Zeile kam, kullerte die erste Träne.

Und mit ihr eine Erkenntnis.
Nicht laut. Nicht dramatisch.
Sondern glasklar.

Here I am.
Hier bin ich.

Nach allem, was war.
Nach all den Umwegen.
Nach all den Zweifeln.
Nach all den Momenten, in denen ich dachte, ich schaffe das nicht.

Hier bin ich verdammt nochmal.

Würdigen, wer ich bereits geworden bin

Und mit diesem Gedanken wurde mir etwas bewusst:

Ich habe mich so sehr darauf konzentriert, wer ich noch werden möchte, dass ich vergessen habe zu würdigen, wer ich bereits geworden bin.

Ich schaue oft nach vorne.
Auf das, was noch fehlt.
Auf das, was noch wachsen darf.
Auf die nächste Aufgabe. Den nächsten Schritt. Das nächste Ziel.

Doch heute Morgen hat das Leben mich für einen Moment angehalten.
Nicht um zurückzugehen.
Sondern um zurückzublicken. Und anzuerkennen.

Vielleicht ist genau das Heilung

Denn heute wurde mir bewusst:
Ich bin noch hier.

Nicht perfekt. Nicht fertig. Nicht angekommen.
Aber hier.

Und vielleicht ist genau das manchmal Heilung.
Nicht stärker zu werden.
Sondern anzuerkennen, wie stark man längst gewesen ist.

Heute Morgen habe ich nichts Besonderes erreicht.
Keine Ziele. Keine Meilensteine. Keine großen Erfolge.

Ich habe einfach nur für einen Moment gesehen, was ich sonst oft vergesse:
Den Weg. Und die Frau, die ihn gegangen ist.

🤍 Holy Reminder

Vielleicht ist das die Erinnerung, die ich heute gebraucht habe.
Nicht daran, wer ich noch werden möchte.
Sondern daran, wer ich trotz allem bereits geworden bin.

Klarer denn je.

Bis bald.
Von Herz zu Herz,

Liz

Wenn dich das berührt hat …
trag dich ein.

Ich teile solche Gedanken regelmäßig — sanft, ehrlich, direkt zu dir.

Kleine Erinnerungen für Frauen, die lernen möchten, sich selbst wieder zuzuhören.

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